let is snow – so schön ist Köln!

War die Bestürzung über die desaströse 2. Halbzeit gegen Freiburg noch greifbar, so wundersamer wirkte die friedliche Kulisse eines verschneiten Kölns. Herrschte rund ums Müngersdorfer Stadion Hektik, Gemecker und Verzweiflung, so schnell verschwand sie, sobald man den Adenauer Weiher nur erahnen konnte. Jedes negative Wort, jedes ungute Gefühl wurde von der zauberhaften weißen Decke verschluckt.

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Wer auf pompöse Architektur, beeindruckende Sehenswürdigkeiten, groß angelegte Parkanlagen steht, dem kann man Köln wohl kaum schmackhaft machen. Als ich vor über 7 Jahren meine baden-würrtembergische Heimat in Richtung Köln verlassen habe, musste ich das ein oder andere spöttische Wort über mich ergehen lassen. Und man muss ehrlich sein: Das Attribut „schön“ würden vermutlich die wenigsten der Stadt am Rhein zuschreiben wollen. Abgesehen davon, dass sich über Geschmäcker bekanntlich streiten lässt, ist Schönheit nicht das, was diese Stadt so besonders macht. Es ist die authentische, liebenswerte Art seiner Bewohner, es sind die vielen kleinen Gässchen in der Altstadt, es ist selbstverständlich der auch nach 7 Jahren so unbegreifliche Kölner Dom, es ist der FC, es sind die bunten und kritischen Graffiti in Ehrenfeld, der idyllische Stadtwald über Lindenthal hinweg, die Brauhäuser mit ihrem deftigen Köbes, es ist jedes  vor Liebe strotzende Lied über die „ahle Stadt am Ring“ – es ist vor allem die unzerstörbare Liebe, die der Kölner seiner Stadt entgegen bringt. Diese Stadt ist vielleicht nicht die schönste in ganz Deutschland – aber sie ist liebens- und vor allem lebenswert. Wer sich nicht beim ersten Besuch in sie verliebt, wird diese Liebe auch niemals teilen oder nachvollziehen können.

Und genau deswegen ist sie so schön, wie sie ist.

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